8.1 Abhängigkeiten zwischen Bausteinen

DokChess soll zum Experimentieren und zum Erweitern der Engine einladen (vgl. Abschnitt 1 "Aufgabenstellung"). Die Module sind daher über Schnittstellen lose gekoppelt.
Module sind Implementierungen von Java-Schnittstellen. Java-Klassen, welche Teile benötigen, signalisieren dies über entsprechende Methoden set(...). Sie kümmern sich nicht selbst um das Auflösen einer Abhängigkeit, indem sie beispielsweise Exemplare mit new bauen, oder eine Factory bemühen. Stattdessen löst der Verwender die Abhängigkeiten auf, indem er passende Implementierungen erzeugt und über die Setter-Methoden zusammensteckt (Dependency Injection, kurz DI).
Dies ermöglicht die Verwendung alternativer Implementierungen innerhalb des Rahmens DokChess und das Hinzufügen von Funktionalität über das Decorator-Pattern [Gamma+94]. Auch Lösungsansätze aspektorientierter Programmierung (AOP), die auf Dynamic Proxies basieren, sind auf Java Interfaces leicht anwendbar. Nicht zuletzt wirkt sich dieser Umgang mit Abhängigkeiten positiv auf die Testbarkeit (Abschnitt 8.7) aus.
DokChess verzichtet auf die Verwendung eines speziellen DI Frameworks. Die Module werden im Quelltext hart verdrahtet, allerdings nur in Unit-Tests und Glue-Code (z.B. der Main-Klasse). Um experimentierfreudigen Anwendern bezüglich einer konkreten DI-Implementierung freie Wahl zu lassen, findet insbesondere keine annotationsgetriebene Konfiguration statt.

Da die Java-Module reine POJOs (Plain old Java objects) sind, steht einer Konfiguration beispielsweise mit dem Spring Framework oder CDI (Contexts and Dependency Injection for the Java EE Platform) nichts im Wege.